„[Schplock] trifft Lehre“ — Das Seminar „Rheinfränkisch“ von Kristin Kopf (Uni Mainz)

10. April 2012

Forschung, Lehre

[Schplock]-Logo | CC-BY-NC-SA 3.0 | Kristin KopfDie Verbindung von universitärer Forschung und Lehre auf einer öffentlichen Plattform wie einem Blog ist unter germanistischen Linguistinnen und Linguisten, um es vorsichtig zu sagen, noch nicht weit verbreitet. Um so erfreulicher ist, dass Kristin Kopfs (Uni Mainz) Blog [Schplock] nun mit der Dokumentation des Seminars „Rheinfränkisch“ durchstartet — und das dürfte spannend werden.

Denn auf der einen Seite ist der rheinfränkische Dialektraum sprachhistorisch äußerst interessant. Hinter dem so genannten „Rheinischen Fächer“ verbirgt sich nämlich ein recht differenzierter Sprachraum, auf den zum einen die umgangssprachliche Rede wohl am ehesten zutrifft, dass in jedem Tal anders gesprochen werde. Zum anderen ist, was die deutliche Zuordnung zum Hoch- und Niederdeutschen angeht, der Sprachraum am Rhein erfreulich indifferent. Das erkennt man auf der sprachlichen Oberfläche am schnellsten daran, dass manches Merkmal dem Niederdeutschen (das, wie man sagt, die „zweite Lautverschiebung nicht mitgemacht hat“), ein anderes wiederum dem Hochdeutschen, also den hochdeutschen Dialekten, zuzurechnen ist. Wer es genauer wissen will: Im Süden wird das Gebiet des „Rheinischen Fächers“ durch die Speyerer Linie (Isoglosse: [nd.] Appel/ [hd.] Apfel) begrenzt und im Norden von der so genannten Benrather Linie (Isoglosse: [nd.] maken/ [hd.] machen) durchzogen; das Rheinfränkische ist Teil dieses Dialektraums.

Dass sich auf der anderen Seite eine Sprachhistorikerin ausgerechnet für den Dialekt vor ihrer Haustür und damit diesen Sprachraum interessiert, kommt nicht von ungefähr, denn schließlich ist das Fränkische prominente Schreiblandschaft bereits in althochdeutscher Zeit (Otfrieds Evangelienharmonie etwa entstand in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts in Weißenburg/Wissembourg) und das Rheinfränkische zählt zu einer der großen mittelhochdeutschen (Schreib-)Varietäten. Außerdem bespricht Kristin Kopf einleitend sprachliche Phänomene anhand von Beispielen aus dem „Mainzerischen Asterixband“, es dürfte also, gegenwartsbezogen, zuletzt sehr unterhaltsam zugehen.

Zum Dritten ist die Form des Blogs optimal geeignet, um Studierenden auf anschauliche Weise zu zeigen, wie wissenschaftliche Fragestellungen entwickelt werden. Forschung, Lehre und Diskussion über für die germanistische Linguistik relevante Gegenstände, Fragen, Themen und Methoden werden hier in neuartiger Weise in transparente Beziehung gesetzt und vernetzt.

2 Kommentare - “„[Schplock] trifft Lehre“ — Das Seminar „Rheinfränkisch“ von Kristin Kopf (Uni Mainz)”

  1. bingo bash cheat Says:

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