Ein Jahr „Sprachpunkt“

14. September 2012

Sprachpunkt

Vor nicht ganz einem Jahr habe ich mit dem „Sprachpunkt“ den Versuch gestartet, akademische Forschung und Lehre und ein wichtiges Anliegen von öffentlicher Wissenschaft in Beiträgen auf einem Blog miteinander zu verbinden:

Veröffentlichungen im Internet haben auch in der germanistischen Linguistik an Gewicht gewonnen. Sie bieten Möglichkeiten, die traditionelle Veröffentlichungsformen (wie Monographien, Artikel in Sammelbänden oder Zeitschriften) aufgrund ihrer medialen Bedingtheiten  nicht offerieren können.

1. Blogartikel gehören genuin zu Inhalten der so genannten „neuen“ Medien. Sie sind für  ein Publikum produziert, das technikaffin und aufgeschlossen ist gegenüber Applikationen des Web 2.0. Die Wissenschaft zeigt durch die Nutzung von Internetpublikationen, dass sie vorbereitet und in der Lage ist, auf die medialen Bedürfnisse der Wissens- und Informationsgesellschaft zu reagieren und die im Web 2.0 zur Verfügung  stehenden kommunikativen Möglichkeiten für ihre Ziele in Forschung, Lehre und Außendarstellung effektiv zu nutzen.

2. Blogartikel laden zum diskursiven Austausch unter FachkollegInnen ein, indem sie  Denkanstöße bieten und in Mikrostudien nicht nur neue Gegenstände erschließen,  sondern auch methodische Herangehensweisen an einen Gegenstand zur Diskussion  stellen oder erste Ergebnisse dokumentieren.

3. Blogartikel zeigen Studierenden auf anschauliche Weise, wie wissenschaftliche Fragestellungen entwickelt werden. Forschung, Lehre und Diskussion über für die germanistische Linguistik relevante Gegenstände, Fragen, Themen und Methoden werden  hier in neuartiger Weise in transparente Beziehung gesetzt und vernetzt.

4. Blogartikel reagieren auf tagesaktuelle Ereignisse und illustrieren Laien, welche Relevanz ein Ereignis aus sprachwissenschaftlicher Perspektive hat. Damit wird eine breite  Öffentlichkeit für das vermeintlich Selbstverständliche, nämlich die eigene Muttersprache, und für die Wissenschaft, die sich damit auseinandersetzt, sensibilisiert.

5. Blogartikel fordern etablierte Formen der Wissens- und Wissenschaftsvermittlung  heraus. Denn sie sind ein wertvolles Werkzeug für Transfer und Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse an der Schnittstelle zwischen interner Wissenschaftskommunikation und öffentlichem Diskurs auf einem der Foren unserer Gesellschaft.

Fast 20.000 Besucher sind diesem Versuch in den letzen Monaten gefolgt, das sind im Schnitt über 50 Zugriffe am Tag. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken!

Doch was hat die Besucher am meisten interessiert? Ein flüchtiger Blick in die Statistik des Blogs und auf die Artikel des „Sprachpunktes„* darf zum ersten Geburtstag gestattet sein und ich bin selbst sehr gespannt, welche Beiträge am häufigsten gelesen worden sind. Manche Überraschung ist dabei — das muss ich eingestehen:

01 (359) — Wozu Korpuslinguistik?

02 (238) — Sprache in den digitalen Medien — ein Interview

03 (224) — Mann des Ostens, Mann der Kirche

04 (217) — Sprachspielerisch zum Ziel? “Currywurst ist SPD”.

05 (179) — Die Nacht ist vorgedrungen

06 (150) — Sprachgebrauch und Personalrekrutierung (KIMATEK)

07 (132) — Skandalisierung von oben

08 (102) — Sprache und Denken – das ewige Thema

09 (084) — Bald wird aufgemännelt!

10 (083) — Brotip #305

Für das nächste Jahr ist zum jetzigen Zeitpunkt geplant, hier im Blog vor allem dem ICM (Inverted Classroom Model) breiteren Raum zu geben und auf einen Forschungsschwerpunkt („Sprache und Religion“) stärker einzugehen als bisher. Auch bin ich bisher einen Artikel schuldig geblieben, den ich unbedingt noch nachreichen möchte („ausgerechnet episch“). Beruflich geht es für mich nach der Vertretung der W3-Professur „Angewandte Linguistik“ an der TU Dresden, von der ich viele positive Eindrücke mitnehmen kann, zurück in den schönen Norden an die CAU zu Kiel, worauf ich mich sehr freue.

__

* Herausgerechnet werden müssen leider die Zugriffe auf Start- (über 10.000 Zugriffe auf alle Artikel, die dort gelistet sind), Vorstellungs- (474 Zugriffe) und Kontaktseite (234 Zugriffe) sowie die Besuche der für die Lehre relevanten Beiträge (Anmeldung, Seminarankündigungen, Materialien). Die Zugriffszahlen auf die einzelnen Artikel spiegeln daher leider nur eine Tendenz wider.

2 Kommentare - “Ein Jahr „Sprachpunkt“”

  1. Andre Says:

    Alles Gute für das nächste Jahr! Keep going …

    Antwort

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