Phonetik und Phonologie (IEE [ICM]) — frische Eindrücke nach der „Exercise“

Das ICM (Inverted Classroom Model) habe ich hier an anderer Stelle in eine dreischrittige Methode integriert, die ich vorläufig bezeichnet hatte mit der Formel IEE — Introduction / Exercise / Evaluation und in einem Podcast vorstellte.

Introduction

In das Thema „Phonetik und Phonologie“ führte ein thematischer Podcast auf der Basis von Grundlagenliteratur ein, der den TeilnehmerInnen des Seminars zeitnah zur Verfügung gestellt wurde. Angesprochen wurden hier nicht nur wichtige Grundlagen, sondern auch weiterführende Themen, die sich auf konkrete Anwendungsfälle (Forensische Phonetik) beziehen.

Exercise

Von den Studierenden wird in der Exercise eine Menge abverlangt. Hier sollen Sie Übungsaufgaben selbständig lösen und dabei nicht nur die Aufgabe selbst bewältigen, sondern auch die Herangehensweise diskutieren, abstimmen. Die Studierenden prüfen ihr erworbenes Wissen nicht nur in der praktischen Anwendung, sondern testen zugleich ihr (Wissens-)Organisationswissen und -talent auf Praxistauglichkeit wie auch ihre didaktische Kompetenz. Man darf also tatsächlich davon sprechen, dass in der Exercise Studierende aktiviert werden.

Die Übungsaufgaben waren für die heutige Sitzung die für das Thema „Phonetik und Phonologie“ üblichen — neben der Transkription von Beispielwörtern (Phonetik) musste eine Minimalpaaranalyse mit anschließender Segmentierung von Phonemen zur Erstellung eines Phoneminventars (Phonologie) durchgeführt werden. Ohne auf Details der Übungsaufgaben und deren Lösung einzugehen, da dies auch Gegenstand der nächsten Sitzung (Evaluation) sein wird, möchte ich einige Eindrücke, die ich aus der heutigen Sitzung mitgenommen habe, kurz zusammenfassen: Nach kurzer Irritation ob meines ‚Rückzugs‘ aus der Rolle des Dozenten

  • akzeptierten die Studierenden schnell die neue Rollenverteilung,
  • bearbeiteten die Aufgaben in selbst zusammengestellten Gruppen,
  • moderierten die Ergebnisse an,
  • dokumentierten die Ergebnisse und
  • diskutierten abweichende Meinungen.

Einen Hinweis in Vorbereitung auf die Evaluationssitzung am 22.11. 2012 erlaubte ich mir dann doch — ich regte die Erstellung eines Protokolls mit den strittigen Fragen und Inhalten an, das vor der dritten Einheit Evaluation an alle TeilnehmerInnen des Seminars verschickt wird.

Über die Qualität der lebhaften und konstruktiven Diskussion und das Wissen, das die Studierenden in das Seminar mit- und zur Anwendung brachten, bin ich äußerst positiv überrascht. Auch die Art und Weise, wie man miteinander ins Gespräch kam und weiterführende Fragen stellte zum Beispiel nach (Aussprache-)Standard und Norm im Vergleich zu den mundartlich geprägten Artikulationen, Notationsgewohnheiten, systematischen Schwachstellen der Phonetik, war aus meiner Sicht sehr produktiv. Schließlich haben sich sowohl die TeilnehmerInnen am Seminar als auch ich uns heute buchstäblich „von der anderen Seite“ kennengelernt, was mir als Dozent ganz neue Einblicke in die Gruppendynamik erlaubte. Insgesamt ist also der erste Eindruck sehr positiv — und ich möchte mich an dieser Stelle bei den TeilnehmerInnen des Seminars bedanken, dass Sie sich mit auf dieses hochschuldidaktische Experiment einlassen. Ich werde nicht jede Sitzung mit einem eigenen Blogpost kommentieren, sondern am Ende des Semesters eine Bilanz ziehen.

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