Auf dem Weg zum papierlosen Büro

19. November 2017

Forschung, Lehre, Sprachpunkt

In diesen Tagen gehen die Vorbestellergeräte des E-Ink-Tablets reMarkable in den Versand — USP: Es hat eine „Canvas“ genannte Oberfläche, die das Schreiben und Skizzieren auf dem Gerät verblüffend nah an das Schreiben auf Papier bringt. Ich habe das Glück, bereits seit zwei Wochen das Gerät ausführlich testen zu können. Es hat, um es pauschal zu sagen, meinen Arbeitsalltag grundlegend verändert. Zusammen mit dem Fujitsu ScanSnap iX500, der 25 (Doppel-)Seiten (auch in Farbe) in der Minute digitalisiert, durch eine Texterkennung schickt und in verschiedenen Clouds (GDrive, MS Sharepoint, Dropbox) abzulegen vermag, bin ich auf dem Weg zum papierlosen Büro.

Doch zurück auf Anfang: Der Preis für das reMarkable ist nicht von Pappe. Es schlägt für den Normalkäufer mit 629 USD zu Buche, zu bedenken ist aber noch, dass zusätzlich Einfuhrzoll zu entrichten ist (ca. 80€). Damit liegt das reMarkable gleichauf mit dem Konkurrenten Sony DPT, der in etwa vergleichbar ist, wenn man von der Größe absieht. Geliefert wird das reMarkable für diesen Preis mit USB-Adapter-Kabel (Standard Micro-USB, ohne Ladeteil), Hülle und Stift sowie 9 Ersatz-Spitzen für den Stift (eine verbirgt sich als Ersatz im Stiftende unter einer Blende). Alles ist auch separat direkt im Shop zu erwerben; die Spitzen habe ich nun (Update vom 03.12.17) zum ersten Mal nachbestellt (4er-Pack) – innerhalb von 10 Tagen waren sie via DHL Express bei mir. Längerfristig wäre dennoch zu wünschen, dass ein lokaler Vertriebspartner gefunden wird.

Das reMarkable hat für mich mit 10″ die ideale Größe und ist mit einem großzügigen Speicher ausgestattet (8GB), dürfte aber gern mehr Arbeitsspeicher haben. Dank E-Ink liegt die Laufzeit bei mir, trotz intensivster Nutzung, bei drei Tagen — WLAN schalte ich aber auch nie ab. Ich vermisse lediglich ein Backlight. Das OS ist auf elementare Dinge reduziert: Gespeichert wird am Gerät und in der reMarkable-Cloud, via WLAN wird nur zwischen Cloud und Tablet synchronisiert (wer ganz ohne WLAN auskommen mag, kann das auch per USB-Verbindung am PC tun) bzw. ist auch ein Teilen von Dateien via E-Mail-Versand möglich. Im Moment fehlt noch eine Texterkennung und das Abspeichern der Dateien in anderen Clouds: GDrive, Onedrive und Dropbox wären aus meiner Sicht Pflicht, kommen aber evtl. noch mit Updates. Wesentlich ist aber: Das Gebotene funktioniert schon jetzt sehr gut; kleinere Holperer (Ausschneiden/Verschieben/Skalieren großer Textabschnitte sowie das Einlesen großer PDFs könnte reibungsloser laufen; PDF-Export weist auf Fehler des einfachen Radierers – besser also Felder ausschneiden) können mglw. mit Updates beseitigt werden.

Zum zentralen Punkt: Die Haptik des reMArkable ist ausgezeichnet. Das Gefühl, wie auf Papier zu schreiben, großartig. Das reMarkable hat in zwei Wochen mein Notebook als ständigen Begleiter in Lehre, auf Vorträgen und in Sitzungen abgelöst — überall, wo sonst Papier und Stift im Einsatz waren, nutze ich das Tablet nun. Kehrseite: Eine Stiftspitze (8 Stück kosten 12€) reicht bei mir eine Woche; bestellbar sind sie im Moment nur direkt — was mit hohen Kosten verbunden ist. Trotz allem: Aus meiner Sicht ist es besonders gut für den akademischen Alltag geeignet, weshalb ich es empfehlen möchte.

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