Kein Reicher war nicht dabei

19. November 2017

Forschung, Präsentationen, Vorträge

„Kein Reicher war nicht dabei“. Konstruktionen der Negation als Herausforderung für eine varietätenlinguistisch orientierte KxG. Workshop „Konstruktionen, Kollokationen, Muster – Geerbte Strukturen, Übertragung in neue Realitäten“. 16.11.2017. Montpellier.

Die Negation kann mit Köller als „eine Sprachuniversalie“ gelten, die „nicht sinnvoll als eine bloße Formkategorie zu betrachten ist, die sich auf befriedigende Weise allein morphologisch und systemtheoretisch beschreiben lässt.“ (Köller 2016: 506) Dennoch könnte genau dieser Ausgangspunkt, nämlich ein Blick auf die sprachlichen Formen der Negation aus konstruktionsgrammatischer Perspektive, erhellend sein in Bezug auf Köllers Gesamtprogramm, den Menschen als homo negans zu charakterisieren. Für die Konstruktionsgrammatik ist dabei interessant, dass in der Negation „ein Erschließungs-, Erkenntnis- und Erzeugungsverfahren“ (Köller 2016: 506) zu sehen sei – der homo negans, so könnte man sagen, vermisst die wahrgenommene Welt nicht nur positiv, sondern ebenso ex negativo. Diese besondere Perspektivübernahme schlägt sich nicht nur in Wahrnehmungs- und Denkgewohnheiten, sondern auch in sprachlichen Mustern und Strukturen nieder.

Im Vortrag werden „Konstruktionen der Negation“ systematisch aus konstruktionsgrammatischer Perspektive (auf der Basis des Beschreibungsansatzes Lasch 2016) bestimmt. Im Mittelpunkt stehen die Negation phrasaler Konstruktionen sowie die morphologische Negation. Regionalsprachlich motivierte Beispiele wie kein Reicher war nicht dabei aus der Heiligen Nacht (1917) Ludwig Thomas weisen auf das Postulat einer Konstruktionsgrammatik, die für (hier: diatopische und diachrone) Varietäten sensibel sein muss.

Präsentation zum Vortrag (*.pdf)

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Köller, Wilhelm. 2016. Formen und Funktionen der Negation. Untersuchungen zu den Erscheinungsweisen einer Sprachuniversalie. Berlin, Boston: de Gruyter.

Lasch, Alexander. 2016. Nonagentive Konstruktionen des Deutschen (Sprache und Wissen 25). Berlin, New York: de Gruyter.

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