Korpuslinguistische Modellierung der Archivierung sprachlicher Muster (Bamberg, 20.09.2018)

Korpuslinguistische Modellierung der Archivierung sprachlicher Muster

Abstract

Keineswegs gilt,

daß je mehr man sammelt,

desto größer auch das Wissen ist.

Wegmann (1999: 264)

In einer an positiver Entwicklung orientierten Sprach- als Kommunikationsgeschichte interessieren vor allem die sprachlichen Einheiten, die sich als innovative sprachliche Muster längerfristig durchsetzen und sich vor allem als Elemente als ‚typisch‘ erkannter Entwicklungspfade in einem Metanarrativ wie der Sprachgeschichte platzieren lassen. Problemlos lassen sich diese Elemente auch korpuslinguistisch mit entsprechend aufbereiteten maschinenlesbaren Korpora aufspüren und beschreiben.
Die vergessenen, die ins ‚Archiv‘ kollektiven Sprachgebrauchs rückenden Einheiten stehen hingegen nur selten im Fokus der korpuslinguistischen und sprachwissenschaftlichen Auseinandersetzung und sind vor allem bisher auf Ebene des Lexikons aufmerksam verfolgt worden. Besonders der Bereich der Fremdworteinflüsse (also der Ablösung indigener durch exogene Lexikoneinheiten) stand hier immer im Vordergrund. Doch wie verhält sich das mit syntaktischen Mustern und Strukturen? Wie verändern sich Gefüge temporaler und modaler Verbalkomplexe? Wie verschieben sich Kasusgefüge im Bereich der Präpositionen? Welche Adverbien werden modalisierend zur Markierung von Nichtfaktizität verwendet und wenn, wie lange? Einige dieser Aspekte wird der Beitrag schlaglichtartig beleuchten.

Theoretisch basiert der Beitrag auf Kategorisierungen der Bibliotheks- und Archivwissenschaften (Wegmann 1999), dem Konzept der Transkriptivität des Kulturellen Gedächtnisses (Jäger 2013) sowie konstruktionsgrammatischen Prämissen allgemeiner Art (Lasch 2016) und dem Konstruktionswandel im Speziellen (Traugott/Trousdale 2013).

Die Datenbasis für die Untersuchungen bilden die Korpora des Deutschen Textarchivs (DTA) und das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache (DWDS).

Literatur

  • Jäger, Ludwig. 2013. Erinnern und Vergessen. Zwei transkriptive Verfahren des kulturellen Gedächtnisses. In: Ekkehard Felder (Hg.). Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen. Berlin, New York: de Gruyter. 265-286.
  • Lasch, Alexander. 2016. Nonagentive Konstruktionen des Deutschen (SuW 25). Berlin, New York: de Gruyter.
  • Traugott, Elizabeth C./Graeme Trousdale. 2013. Constructionalization andconstructional change. Oxford: Oxford University Press.
  • Wegmann, Nikolaus. 1999. Im Reich der Philologie. Vom Sammeln und Urteilen. In: Christoph König/Eberhart Lämmert (Hg.). konkurrenten in der Fakultät. Kultur, Wissen und Universität um 1900. Frankfurt a.M.: Fischer. 260-272.

Livestream

Aufgrund von Netzproblemen an der Uni Bamberg war der Live-Stream leider fehlerhaft und auch die Aufzeichnung war betroffen. Stattdessen finden Sie hier eine kurze Zusammenfassung:

Präsentation

Präsentation (*.pdf)

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