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Die laute Stimme der stummen Heterotopie

8. Februar 2017

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In zwei Radiovorträgen wendete sich Michel Foucault, einer der für die Geisteswissenschaften einflussreichsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts, den Heterotopien zu.* Heterotopien sind mit Foucault ‚Anderorte‘, Gegenräume, die zwar lokalisierbar sind, aber „reale Orte jenseits aller Orte“ bleiben. Denn „an ein und demselben Ort [bringen sie] mehrere Räume zusammen, die eigentlich unvereinbar sind“ (Foucault 2005:14). Sie besitzen „stets ein System der Öffnung […]

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Literatur und Linguistik

12. Dezember 2016

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Initiativen wie bspw. literaturlinguistik.de bemühen sich darum, die Drift zwischen Literatur- und Sprachwissenschaft zu verkleinern, indem man in übergreifenden Fragestellungen zeigt, dass die je verschiedenen Perspektiven auf den Gegenstand und Aneignungen sehr fruchtbar sein können. Ich will heute eine recht spezielle Perspektive erneut in anderem Kontext vorstellen und illustrieren, dass dies kein akademisches Thema sein muss, […]

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Political Correctness

3. Dezember 2016

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Alle Welt schreit, dass Political Correctness nur blockiere. Schaut doch bitte genauer hin, wem da nach dem Mund geredet wird. Seit Beginn der 1990er Jahre wurde der Begriff von einer reinen Eigenbeschreibung zunehmend auch zu einem pejorativ gebrauchten Kampfbegriff der politischen Rechten in den USA. Konservative Studenten, Akademiker und Journalisten übernahmen den Ausdruck und wandelten den Begriff in […]

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Die letzte Schlacht gegen die „totale Zwangsdigitalisierung“ hat offenbar begonnen

26. Februar 2015

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Wenn Schüler viel mit dem Computer arbeiten, leide das Durchhaltevermögen und die Konzentrationsfähigkeit, glaubt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus. Eine „totale Digitalisierung“ des Unterrichts bringe „eine Reihe an möglichen Kollateralschäden“. (http://goo.gl/L8Xog8) Was noch größere Probleme mit sich bringt, ist, wenn der Präsident des Lehrerverbandes ungezwungen Kriegs-Metaphern (Kollateralschaden, aus engl. collateral damage und vor […]

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Bester Tag: Mittwoch

30. Dezember 2014

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Letztlich war in diesem Jahr eine Sache sehr viel wichtiger, als hier zu bloggen. Ein Dankeschön an Euch, die Ihr hier das Wenige gelesen habt, und vor allem Eure Unterstützung an anderer Stelle.

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Und so geht die Sonne unter, im Abendland. Eine unkommentierte Collage.*

15. Dezember 2014

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So für die Presse** PEGIDA ist FÜR die Aufnahme des Rechtes auf und die Pflicht zur Integration ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (bis jetzt ist da nur ein Recht auf Asyl verankert)! So für die Straße*** Es wird behauptet wir wären ausländerfeindlich – ich sage NEIN, wir sind jedem, sich integrierenden Menschen gegenüber aufgeschlossen, wie […]

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„Sesam, öffne Dich!“ Das kognitionslinguistische Problem des „Passworts“

22. Januar 2014

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Der stattlichste der Räuber, den Ali Baba für ihren Hauptmann hielt, näherte sich ebenfalls mit seiner Reisetasche auf der Schulter dem Felsen, der dicht an dem großen Baume war, wohin Ali Baba sich geflüchtet hatte, und nachdem er sich durch einige Sträucher den Weg gebahnt hatte, sprach er die Worte: „Sesam, öffne dich!“ so laut […]

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2013 im Rückblick

29. Dezember 2013

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Hier ist ein Auszug: Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 26.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 10 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog. Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Kein Reicher war nicht dabei

24. Dezember 2013

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Die Hirten, die will es erbarmen, wie elend das Kindlein sei. Es ist eine G’schicht’ für die Armen, kein Reicher war nicht dabei. Die letzte Strophe der Heiligen Nacht (1917) von Ludwig Thoma (1867-1921) dürfte die meisten, die sprachlich nördlich des Mains sozialisiert wurden und keine Einführung in die Sprachgeschichte oder Dialektologie besucht haben, vermutlich […]

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Von der Unverständlichkeit von Verträgen

30. November 2013

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„Ein Schelm, wer da auf die Idee kommt, das Ganze könnte Absicht sein, gerade damit weder SPD-Mitglieder noch die gesamte Bevölkerung nicht verstehen, was die drei Parteien im Bündnis für die nächsten vier Jahre alles planen.“ Das ist der Schluss, den die WELT heute aus einer einer Sprachanalyse zieht. Die Analyse wurde von der Universität Hohenheim in […]

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Setzen, Sechs.

14. November 2013

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Frank Pöpsel ist verantwortlich für eine Zeit-Schrift. Die Zeit-Schrift heißt „Focus Money“. Frank Pöpsel lacht über Anton Hofreiter. Anton Hofreiter arbeitet als Politiker im Bundes-Tag. Frank Pöpsel lacht Anton Hofreiter aus. Weil Anton Hofreiter auf seiner Internet-Seite in Leichter Sprache schreibt. Hier finden Sie die Internet-Seite von Anton Hofreiter: http://www.toni-hofreiter.de/index_einfache_sprache.php.   Frank Pöpsel lacht über das „Netzwerk Leichte Sprache“. Hier […]

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Warum die „große Hure Duden“ sich nicht wehren wird

2. September 2013

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Der Verein deutsche Sprache (VdS) hat ‚den‘ Duden zum „Sprachpanscher des Jahres 2013“ gewählt und greift auf ein Zitat aus der Hamburger Zeit zurück, die den Duden als „große Hure“ bezeichnet haben soll. Kritik hagelte es bereits hier, hier oder hier — zum Thema ist, betrachtet man einige Beispiele aus der langen Reihe der sprachpflegerischen Aktivitäten des […]

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Der „Sprachpunkt“ als App für Android

26. August 2013

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Über diese App Zugegeben, es ist im Moment nicht mehr als eine Spielerei, aber da es der Service App.Yet erlaubt, einfache Applikationen für Android zu erstellen, die RSS-Feeds sammeln und die Integration eigens erstellter Websites erlauben, geht nun die Android-App des Sprachpunkts online. Die App führt die Artikel des Sprachpunkts, eine Übersicht über Publikationen und Vorträge, sowie […]

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Leichte Kost? — Wahlprogramme zur BTW13 in „Leichter Sprache“

24. August 2013

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Zusammen-Fassung der Ergebnisse in „Leichter Sprache“ (PDF, mit invertiertem Kontrast). Der Artikel ist nun auch bei polittrend zu lesen. Die Wahlprogramme zur BTW 2013 in „Leichter Sprache“ — eine Analyse Die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl 2013 liegen seit wenigen Tagen in „Leichter Sprache“ vor — Grund genug, sie sich (endlich) genauer vergleichend anzusehen. Zunächst bespreche […]

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Über rassistischen Sprachgebrauch und die Schwierigkeit, ihn zu entlarven

18. August 2013

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Dieser Artikel nennt teils rassistisch gebrauchte und meist politisch nicht korrekte und zumindest in der Sache streitbare Begriffe als Beispiele, die zudem nicht geschlechterneutral differenziert werden. Sie werden durch Asterisk markiert. In den letzten Tagen geriet nach der Debatte um den *Negerkönig in Pippi Langstrumpf oder die Bezeichnung *Eskimos für Inuit mit *Zigeunerschnitzel ein weiterer Begriff […]

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Der Bundestagswahlkampf 2013 in „Leichter Sprache“

15. Juli 2013

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In den folgenden Wochen wird der Analyse der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2013 in „leichter Sprache“ ein Schwerpunkt gewidmet. Bisher erschienen sind: Leichte Kost? — Wahlprogramme zur BTW13 in „Leichter Sprache“ | 24.08.2013 | Sprachpunkt und polittrend     Arbeit am Thema: Wie das Wahlprogramm der PIRATEN in “Leichter Sprache” entsteht | 15.07.2013 | polittrend     Von “behinderten […]

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Von “behinderten Menschen” zu “Menschen mit Behinderung” — das Wahlprogramm der SPD in ‘leichter Sprache’*

9. Juli 2013

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Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan bei der SPD, wenn man sich die Wahlprogramme in ‚leichter Sprache‘ von 2009 (*.pdf) und 2013 (*.pdf) im direkten Vergleich in einer Wordcloud ansieht. Auf den zweiten Blick jedoch fallen einige signifikante Änderungen auf, die u.a. auf eine höhere Sensibilität gegenüber den Adressierten des Programms schließen lassen. An anderer […]

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Wo sind die PIRATEN? Eine Kritik an der Broschüre „Wie man wählt“ zur Bundestagswahl 2013 (#BTW2013)

8. Juli 2013

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7,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren können nicht richtig lesen und schreiben (Stand: 2011). An sie sind Texte in ‚leichter Sprache‚ adressiert, um ihnen die Auseinandersetzung  mit der Gesellschaft, in der sie leben, möglich bzw. leichter zu machen. Dies gilt auch und gerade für die Bundestagswahl und deshalb verwundert „das sehr hohe Interesse […]

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Über das Deutsche als „Feierabenddialekt“ im „sprachlich gleichgeschalteten Europa“

24. Juni 2013

24 Kommentare

Gauck forderte in einer Grundsatzrede am 22. Februar 2013, sich doch klar zu machen, dass es mit einem „Englisch für alle Lebenslagen“ in Europa nun einmal am leichtesten sei — ein Votum für eine europäische Verkehrssprache vom deutschen Bundespräsidenten. Das brachte, natürlich, den „Verein Deutsche Sprache“ auf die Palme. Und zwar so hoch, dass er […]

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‚Deppenapostroph‘ macht männlich – die „Deutsche Sprachwelt“ zeigt, wie’s geht!

17. Juni 2013

6 Kommentare

Der so genannte ‚Deppenapostroph‘ ist dank Rechtschreibreform überhaupt nicht mehr so deppert, wie viele meinen. Kurz: Sobald ein Eigenname involviert ist, der morphologisch markiert bleiben soll, das heißt: erkennbar, ist fast alles erlaubt. Das hindert populistische Sprachkritiker_innen nicht daran, ein Fass aufzumachen, wenn sie irgendwo „Andrea’s Kiosk“ lesen. Wie jetzt die „Deutsche Sprachwelt“ (Facebook // Website) zustimmend […]

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Wer zog die erste „rote Linie, die nicht überschritten werden durfte“? Und warum ist sie „rot“?

14. Juni 2013

11 Kommentare

Eine „rote Linie wird gezogen“, um „nicht überschritten“ zu werden. Die „rote Linie“ markiert eine geschützte Zone. Sie hegt die Dinge ein, die für denjenigen, der „die rote Linie zieht“,  nicht verhandelbar sind. Die „rote Linie“ steht damit heute metaphorisch (und damit konzeptuell) für eine virtuelle Grenze als letztes kommunikatives Verhandlungsangebot. Wird sie „überschritten“, wie […]

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Positive Lehrerfahrungen mit dem „Flipped Classroom“

1. Juni 2013

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Heute möchte ich im Sprachpunkt nur kurz auf eine interessante Umfrage aufmerksam machen: Natalie Kiesler, Autorin für das Blog „Inverted Classroom in Deutschland„, hat auf eine Umfrage von ClassroomWindow und Flipped Learning Network (FLN)  zum „Flipped Classroom“ verwiesen, die 2012 unter Lehrenden durchgeführt wurde und damit schon etwas älter ist. Die (noch ‚weichen‘ und wenigen) Ergebnisse in der Vorschau decken […]

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Gelungene Produktnamen: „BALD MAMI“-Tee

23. April 2013

4 Kommentare

Wer trinkt schon gerne Kräutertee? Häufig sind es die alltäglichen Dinge, an denen man interessiert hängenbleiben kann. Irgendwann hört man z.B. als Linguist genauer hin, wenn sich Menschen unterhalten, und freut sich an besonderen Konstruktionen; oder man geht in der Küche an einer Packung Kräutertee vorbei und hält kurz inne. Dinge, wie Kräutertee, die eine […]

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[Ausländische] Menschen [haben Angst]* — Wahlkampf in ‚leichter Sprache‘

2. April 2013

2 Kommentare

I Bevor sich Jan Fleischhauer zu diesem Thema äußert — die Gefahr besteht! –, möchte ich das gern tun. Bald ist Bundestagswahl. Wie 2009 werden die großen politischen Parteien auch in diesem Jahr Wahlkampf mit Wahlprogrammen in ‚leichter Sprache‘ machen. Bei ca. 7,5 Millionen erwerbstätigen Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland (leo. […]

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Auf einen Blick: „Aachener Erklärung zur Rolle der Sprachwissenschaft in der Öffentlichkeit“

10. März 2013

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Die „Aachener Erklärung zur Rolle der Sprachwissenschaft in der Gesellschaft“ ist ein gehaltvoller Text und mit etwas über 17.000 Zeichen eine Zusammenfassung wert. Der vollständige Text von Jochen A. Bär und Thomas Nier ist u.a. auf dem linguistischen Spraachenblog einzusehen, eine kurze Zusammenfassung (die gleichzeitig die ‚Infografik‘ erläutert) gebe ich hier: (1) Die Linguistik hat eine […]

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„Wer Deutsch spricht, spart mehr“ — ein Wiedergänger

6. März 2013

2 Kommentare

  Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass jemand noch einmal mit der folgenden These erneut an die Öffentlichkeit tritt: „Wer Deutsch spricht, spart mehr“. Doch heute kommt die These zurück in Form eines Interviews von Julia Fiedler mit Ökonom Keith Chen für die ZEIT. Man kann sich des Eindrucks nicht erwähren, dass man da […]

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Wer darf das Wort „Zensur“ im Munde führen?

26. Februar 2013

44 Kommentare

Christoph Schäfer liegt mit seinem Artikel „Politisch korrektes Deutsch: Verbände wollen ’soziale Unwörter‘ zensieren„, heute in der FAZ im Ressort „Wirtschaftspolitik“ erschienen,  nicht nur haarscharf daneben. Er wirft „Sprachwächtern“ vor, ’soziale Unwörter‘ aus dem „Sprachgebrauch verbannen“ zu wollen. Die vermeintlichen „Sprachwächter“ sind die Vertreter der Armutskonferenz, die anregen, insgesamt 23 abwertende Begriffe nicht mehr zu verwenden. Allerdings […]

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Handys abschalten? Warum?

15. Februar 2013

17 Kommentare

Gestern wurde in der Neuen Osnabrücker Zeitung ein Interview mit dem Vorsitzenden des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, veröffentlicht zum Thema „Müssen Kinder 700-Euro-Smartphones haben?“. Der Stoß des Interviews ging in Richtung der „Copy & Paste“-Generation, die durch den Umgang mit IT-Technik, zu der auch Smartphones zählen, immer häufiger dazu veranlasst werde, Wissen anderer unreflektiert zu übernehmen. […]

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‚Leichte Sprache‘ — 10 Gestaltungshinweise

3. Februar 2013

9 Kommentare

+++ Hinweis (08.10.16): Dieser Artikel wurde vor drei Jahren veröffentlicht und wird demnächst in einer Überarbeitung aktualisiert werden, da zahlreiche Beobachtungen mittlerweile nach eigenen empirischen Arbeiten zu korrigieren sind. Das betrifft das Verständnis von ‚langen Sätzen‘, Stellung von Adverbialen im Vorfeld, die Nutzung von Kopula- und Passivkonstruktionen, das Präteritum als einfache Vergangenheitsform, konditionale und kausale Nebensätze […]

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Islamismus / Islamisten. Eine kurze Begriffsgeschichte

15. Januar 2013

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Gestern war im Morgenmagazin der ARD eine Karte zu sehen, die die derzeitige Lage im westafrikanischen Mali veranschaulichen sollte. Da ich mich u.a. auch mit der Wahrnehmung des Islams beschäftige, fiel mir der recht plakativ gesetzte Ausdruck Islamisten in der Karte auf. Angesichts dieser Darstellung und der gegenwärtigen Lage in Ägypten, wo sich „Starke Islamisten“ gegen eine […]

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‚Leichte‘ Nachrichten

3. Januar 2013

8 Kommentare

Der Deutschlandfunk startet aktuell mit einem neuen Angebot in den multimedialen Dschungel — den ‚leichten‘ Nachrichten unter http://www.nachrichtenleicht.de/. Gemeint ist damit, dass diese leicht verständlich formuliert sein sollen, an inhaltlichem Gewicht büßen sie natürlich nicht ein. Die begrüßenswerte Initiative wird durch den Radiosender und eine Gruppe Studierender von der Fachhochschule Köln getragen. Vielleicht darf man […]

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Soll unsrer Liebe bitte was sein? Verknotigung?

1. Januar 2013

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Als ich vor ein paar Tagen am Klavier durch ein altes Notenbuch blätterte, stieß ich auf das Ännchen von Tharau. Das hat — vor allem im Männerquartett — seinen ganz besonderen Reiz. Ganz abgesehen davon stolperte ich beim Lesen des Textes (wieder einmal) über das fast unausprechliche Verknotigung in der zweiten Strophe: Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und […]

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2012 im Rückblick

31. Dezember 2012

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Hier ist ein Auszug: 4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 20.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 5 Film Festivals füllen Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Wer hat Angst vor dem Islam? Konstruktionen im Dienst von Argumentationen am Beispiel der Debatte über die Errichtung von Minaretten

16. November 2012

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Zugegeben, der Obertitel für einen Vortrag auf der Tagung „Konstruktionen im Spannungsfeld von sequenziellen Mustern, Gattungen und Textsorten“, Münster, 14.11.-16.11.2012, spielt mit einer Erwartungshaltung, die spätestens im öffentlichen Diskurs mit dem Minarett-Streit in der Schweiz offen ausgestellt wurde. „Überfremdung“ und „Islamisierung“ waren bspw. Begriffe, die für den (stets und immer drohenden) „Untergang des Abendlandes“ und der […]

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Ein Jahr „Sprachpunkt“

14. September 2012

2 Kommentare

Vor nicht ganz einem Jahr habe ich mit dem „Sprachpunkt“ den Versuch gestartet, akademische Forschung und Lehre und ein wichtiges Anliegen von öffentlicher Wissenschaft in Beiträgen auf einem Blog miteinander zu verbinden: Veröffentlichungen im Internet haben auch in der germanistischen Linguistik an Gewicht gewonnen. Sie bieten Möglichkeiten, die traditionelle Veröffentlichungsformen (wie Monographien, Artikel in Sammelbänden […]

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Introduction / Exercise / Evaluation. Überlegungen zum ICM (Inverted Classroom Model) im Rahmen der Hochschuldidaktik

14. September 2012

3 Kommentare

ICM (Inverted Classroom Model) und „Vorlesung 2012“ In den letzten Wochen des Sommersemesters 2012 warf Ulrich Zeuner auf dem DaF-Blog Fragen auf, die in eine Diskussion über die Weiterentwicklung hergebrachter universitärer Lehr- und Lernmethoden mit den Möglichkeiten des Online-Tutorings mündeten. Dieser Tage ist der Sammelband Das „Inverted Classroom Model“ (ICM)* zur ICM 2012 erschienen und ich möchte die Gelegenheit hier nutzen, […]

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grammatik anders entschieden gehabt

27. Juli 2012

7 Kommentare

Eine Zugriffsstatistik ist ein nützliches Werkzeug. Heute stieß jemand auf den „Sprachpunkt“ mittels der im Titel zitierten Suchanfrage: grammatik anders entschieden gehabt. Da ich dem Suchenden nicht direkt antworten kann, möchte ich es via kurzem Artikel indirekt tun. Nicht in der Anfrage realisiert ist wohl die finite Verbform: [habe/hatte] anders entschieden gehabt. Es handelt sich dabei um die […]

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Sprache in den digitalen Medien — ein Interview

25. Juni 2012

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Das Interview erscheint gekürzt im Universitätsjournal der Technischen Universität Dresden in der Ausgabe 12/2012 (PDF) und wird hier mit freundlicher Genehmigung des UJ vollständig veröffentlicht. Sprache ist nie statisch, sie entwickelt sich, unterliegt verschiedenen kulturellen und ökonomischen Einflüssen. Was gestern als falsch galt, kann heute richtig sein. Immer beeinflussten jeweilige technische Entwicklungen Nutzung und damit auch Gestalt der […]

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Limitierung als Herausforderung für die Variationslinguistik

23. April 2012

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Das Varietätenmodell Heinrich Löfflers wird in der germanistischen Linguistik resp. Soziolinguistik sowohl in der Forschung als auch in der Lehre noch immer verwendet, auch wenn es heute in Bezug auf verschiedene Aspekte zu erweitern ist. Dazu gehören sicherlich die Berücksichtigung der Veränderungen der Medienlandschaft in den letzten 30 Jahren und deren Auswirkungen auf den Sprachgebrauch […]

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Mann des Ostens, Mann der Kirche — Joachim Gauck und das Genitivattribut in einer „Korpuslinguistik ‚live‘ und ‚light'“

23. März 2012

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Heute wurde Joachim Gauck im Bundestag als elfter Bundespräsident der Republik vereidigt. Alle warteten gespannt auf seine Ansprache, für die Bundestagspräsident Norbert Lammert — passend zum sonnigen Wetter — in äußerst angenehmer Weise und mit seinem für treffsichere Spitzen bekannten Humor die Atmosphäre schuf. Als Linguist könnte man sich zwar auch für den Humor Lammerts […]

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Sprache und Denken – das ewige Thema

20. März 2012

3 Kommentare

Gestern dachte ich noch, ich lese nicht richtig – 60 Jahre nach Sapir und Whorf müssen wir doch weiter sein. Auf EnyLab wurde der Zusammenhang zwischen „Sprache und Sparen“ hergestellt, herausgearbeitet — natürlich — in einer Studie, die an der Yale School of Management (nicht mit der Yale University zu verwechseln) erschien. Man möchte dem Macher […]

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Dialogsteuerung 2.0 – ein ‚like‘ oder ‚+1‘ ist keine Kleinigkeit

20. März 2012

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Statt es mit der Anteilnahme per Mausklick zu übertreiben, könnte es im ein oder anderen Fall angebracht sein, auf ein „like“ bei Facebook oder ein „+1“ bei GooglePlus zu verzichten und statt dessen einen kurzen Kommentar abzufassen bzw. die Meldung / den Beitrag in seinem Netzwerk zu teilen. Denn so nützlich ein „like“ oder ein „+1“ […]

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Wozu Korpuslinguistik?

24. Februar 2012

4 Kommentare

Vor einiger Zeit habe ich mich hier kurz mit der Frage auseinandergesetzt, warum man sich mit „Konstruktionsgrammtik“ beschäftige. Heute wurde ich ein wenig ungläubig angeschaut, als ich in einem Nebensatz erwähnte, dass quantitative, statistische Verfahren inkl. unterschiedlicher Bildgebung durchaus nützlich sind, um dem einzelnen Sprachbenutzer unbewusst bleibende sprachliche Strukturen sichtbar zu machen, die sich erst […]

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Skandalisierung von oben — mitnichten!

22. Februar 2012

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Da nichts erfrischender ist als ein Blick auf die ungeschönte Wahrheit, wird der heutige Sprachpunkt sehr knapp ausfallen. Denn nach der Schlacht um den inzwischen zurückgetretenen BP Wulff (Skandalisierung von oben) klärt uns Bernd Gäbler anhand dieses Beispiels in der ZEIT auf, wie es um die (massenmediale) Wirklichkeit bestellt war und ist. Für Freunde des Kurzgefassten: […]

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X [ist] geschrumpft

15. Februar 2012

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„Schrumpfen“ ist landläufig kein äußerst positiv besetztes Verb. Es bedeutet, dass sich eine Entität verkleinert und zusammenzieht, runz(e)lig und umgangssprachlich „schrump(e)lig“ wird.[1] Es wird in dieser Form im Hochdeutschen seit dem 17. Jahrhundert verwendet, geht als Schwundstufe auf das mittelhochdeutsche „schrimpfen“ zurück, ist auch verwandt mit dem mittelniederdeutschen „scrimpen“ (deutlich ist die zweite Lautverschiebung erkennbar, […]

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Skandalisierung von oben

16. Januar 2012

2 Kommentare

Den (verlinkten) Artikel Ein präsidiales Selbstmissverständnis. Er weiß nicht, was seine Rolle bedeutet von Harald Welzer im Feuilleton der FAZ darf man nicht unkommentiert vorbeistreichen lassen.* Denn er  mag gern (wenigstens) drei Dinge in der Causa Wulff verbergen, die mit einander in Verbindung stehen. Sie sind Teil eines komplexen Rollenverständnisses der Akteure der Massenkommunikation, die […]

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Sind sie heute unglücklich?

21. Dezember 2011

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Auf Entscheidungsfragen wie „Sind sie heute unglücklich?“ kann möglicherweise jeder Befragte sofort eine Antwort geben, da sie ihn selbst und seine Befindlichkeit unmittelbar betreffen. Sind sie Teil einer „repräsentative Umfrage“, dann stünden üblicherweise folgende Antwortmöglichkeiten zur Wahl: (1) ja, (2) nein, (3) kann mich nicht entscheiden. Ob dieselbe Person auf die Frage „Wie fühlen Sie sich […]

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Die Nacht ist vorgedrungen

18. Dezember 2011

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Dem Lied „Die Nacht ist vorgedrungen“ sieht und hört man sein Alter nicht an — auf einem kleinen Konzert des Kammerchor Chemnitz wurde es heute von Wolfgang Richter angekündigt mit den Worten, dass wir mit ihm „wohl einen der schönsten Choräle“ mit dem Text von Jochen Klepper (1903-1942), der Melodie von Johannes Petzold (1912-1985) und […]

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Dialogsteuerung 2.0

12. Dezember 2011

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Mit „pluseinsen“ bei Google Plus und anderen Bewertungsroutinen (wie „gefällt mir“ bei Facebook etc.) kann man nicht nur seine Einstellung zu Posts in den Weiten digitaler Gespräche kundtun. Die Zeiten, in denen in Social Networks asynchron kommuniziert wurde, sind vorbei, da dank moderner Technik und Omnipräsenz auf allen internetfähigen Geräten Nachrichten auf Google Plus und […]

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ego laboro, ergo sum?

7. Dezember 2011

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Wohl kaum, würde Gero Hesse darauf antworten.[1] Denn er sieht einen „gravierende[n] Wertewandel“[2] im Gange, wenn etwa bei der Deutschen Bahn darüber nachgedacht wird, Führungskräften eine bezahlte Auszeit von einem halben Jahr zu gewähren. Auch wenn es sein mag, dass Hesse damit etwas überzieht,[3] so können die von ihm vor diesem Hintergrund formulierten Thesen zum […]

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